Berliner Reigen / Anmerkungen von Dieter Berner:

Das Drehbuch für den „Berliner Reigen“ wurde von Schauspiel- und Drehbuchstudenten der HFF Potsdam-Babelsberg in einer gemeinsamen Übung entwickelt. Als dramaturgisches Gerüst diente Arthur Schnitzlers Theaterstück „Der Reigen“, ein Staffettenlauf von Liebesbeziehungen durch die Wiener Gesellschaft der Jahrhundertwende.

Angeregt durch Max Ophüls` Verfilmung des Theaterstückes begannen die Schauspieler damit, Figuren aus dem heutigen Berlin zu erfinden, die in dieses Gerüst passen würden. Sie improvisierten Szenen, die Drehbuchstudenten schauten zu, regten an, schrieben an den Szenen weiter. Am Schluss koordinierte der Regisseur die verschiedenen Handlungsstränge und fügte den Rahmen – einen Eislaufplatz – dazu.

Die Entwicklung des Drehbuchs fand im Sommer 2005 statt. Gedreht wurde der Film an Originalmotiven in Berlin und Brandenburg in 25 Drehtagen im Winter 2005/06. Die wichtigsten Positionen wie Kamera, Ton, Produktion und die gesamte Postproduktion wurden von Studenten der Filmhochschule übernommen. Insgesamt standen weniger als 40 000 Euro zur Verfügung, dafür aber eine gewaltige Portion von idealistischem Einsatz.

In zehn Episoden führt der Film zehn Figuren in einem Reigen durch die Berliner Gesellschaft: Eine Nutte wird von einem Dealer um ihren Lohn betrogen, der Dealer verführt in der nächsten Szene eine illegale Putzfrau, die wird wiederum in der dritten Szene von dem Sohn ihres Arbeitgebers angemacht, und so weiter bis hinauf zur gefeierten Schauspielerin, die ein Techtel-Mechtel mit dem Grafen beginnt, der – so schließt sich der Reigen – in der letzten Szene in der Absteige der Nutte landet.

Der Höhepunkt des Films ist eine Vernissage, in der die Figuren der Episoden zusammengeführt werden. dafür stellte der Berliner Fotograf Joachim Germ (von ihm stammt auch das Titelfoto) seine Fotos zur Verfügung. Die Szene konnte im ehemaligen „Palast der Republik“ realisiert werden, buchstäblich wenige Tage bevor der Abriss begann.

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